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Sonntag, 15. Februar 2026
 

 "Zwoa Pfloaschpflon Zrrln" 

 

Eine kleine Anekdote zur Völkerverständigung aus der Zeit, als ich meine Brötchen noch außer Haus verdienen musste.

Frühstückszeit in einer Lehrgangskantine irgendwo im Westen der Republik: Die Pause ist kurz, der Andrang groß.
Heute gibt es die allseits beliebten Frikadellen, und jeder möchte eine davon haben. Eine, so steht es auch auf dem Preisschild: "Eine pro Kopf, dann reicht's für alle." Daher sind die Frikadellen von der Selbstbedienung ausgenommen.

Die Zeit drängt und an der Kasse geht es zügig voran: "Frikadelle", "Eine Frikadelle", "Boulette bitte", "Frikadelle" etc.
Der Kollege hinter mir bestellt jedoch: "Zwoa Pfloaschpflon Zrrln".
So viele Konsonanten in Folge, das klingt schon fast polnisch. Ich trete einen Schritt zur Seite und verfolge die Unterhaltung, da ich ohnehin noch auf den Rest meiner Kursgruppe warten muss.

"Wie bitte?", fragt die Kantinenfrau.
Der Kollege wiederholt: "Zwoa Pfloaschpflon Zrrln!"
Die Kantinenfrau stellt den bereitgehaltenen Teller mit einer Frikadelle zurück: "Eine was wollen Sie?"
Kollege: "Na, zwoa!"
Kantinenfrau: "Was ist eine Natzwoa?"

Der Nächste in der Schlange tippt dem Kollegen auf die Schulter: "Nun sagen Sie doch schon 'Frikadelle'".
Die darauf folgende Antwort muss ich mir später von einem anderen Kollegen übersetzen lassen: "Himmiherrgottzokromentzefixhollelujomilextomoarschschoißglumpvoarexz!"
Die Kantinenfrau gibt ihm nun eine Frikadelle. Er zahlt wortlos und trollt sich von dannen.

 

Donnerstag, 16. Oktober 2025
 

  Teresa 

 

Eine alte Nachbarin namens Therese jammerte einst nicht nur mir vor, wie furchtbar sie doch ihren Vornamen fände. Er klinge einfach nicht gut, und man könne auch nichts daraus machen.
Früher habe man sie Trees genannt, was ja wohl ein Schimpfwort sei, oder Resi, aber dafür fühle sie sich zu alt. Tessa schließlich sei ihr zu fremdartig.

Ich antwortete ihr, Teresa sei doch wunderschön, wohlklingend und gefalle mir ausgesprochen gut.
Sie stutzte, überlegte kurz und dann stimmte mir zu meiner Überraschung zu.
Fortan nannte sie sich Teresa und antwortete gerne, wenn sie nach ihrem Namen gefragt wurde.

Es war ein gutes Gefühl, einen alten Menschen nach so vielen Jahren mit seinem Vornamen versöhnen zu können.

 

Samstag, 23. August 2025
 

  Das Klotürschließ-Gen 

 

In einer aufsehenerregenden, soeben frei erfundenen Studie fanden britische Forscher Erstaunliches heraus:

Das Klotürschließ-Gen liegt auf dem zweiten X-Chromosom!

Während einer Studienreise zur Quantität deutscher Biere machten annähernd vier Genetiker eine schockierende Beobachtung:
Türen zu öffentlichen Herren-WCs sind immer mit automatischen Türschließern ausgestattet, Türen zu Damen-WCs jedoch niemals.
Diesem Umstand wollten sie mit einer groß angelegten Studie in nahezu einem Dutzend Kneipen auf den Grund gehen.

Mutig suchten sie eine Damentoilette auf und waren tatsächlich nicht imstande, die Tür zu schließen. Eine solche Unfähigkeit kann indes nur genetisch bedingt sein.
Da Männer über nur ein einziges X-Chromosom verfügen, muss diese Befähigung also auf dem zweiten liegen.

 

Dienstag, 15. April 2025
 

  Warmduschen mit Robbi

 

Was man vor dem Warmduschen so alles vergessen kann:

Einen Kaffee trinken?
Nein, das könnte man nicht überleben und nicht mehr davon berichten.

Den Heizlüfter einschalten?
Auch nicht, man erfriert innerhalb von Millisekunden.

Das Radio anmachen?
Die trockene Duschhaube nach draußen hängen, wenn Haarewaschen ansteht?

Nö, ich habe vergessen, meinen Robbi vor die Tür zu schicken, als ich kurz vor seiner täglichen Startzeit duschen wollte.

Da er die Tür nicht selbsttätig öffnen kann, tobte er sich also heute im Bad aus.
Und ich konnte unter der Dusche stehend nur zusehen.

Erst schob er die Duschmatte durch den Raum, als sei sie ein Putzlappen.
Dann versteckte er meine Hausschuhe, einen unterm Regal, den anderen unter dem Wäschesammler.
Schließlich warf er noch Besen und Handfeger-Set um, die für ihn normalerweise unerreichbar hinter der geöffneten Tür wohnen.

Hätte ich doch nur vergessen, die Tür zu schließen!

 

Samstag, 29. März 2025
 

  Wischiwaschi vom Saarland bis nach Klingonien

 

Wer hätte sich nicht schon an ihnen erfreut, den Saarland-großen Zeitschriften, die untrennbar in die linke Seitennaht von Wäschestücken eingenäht sind?
Geschickt gefaltet oder als Buch gebunden, präsentieren sie in allen Sprachen der Welt, von Sanskrit bis Klingonisch, Informationen, die nie ein Mensch zuvor vermisst hätte.
Es beginnt mit dem Lebenslauf des Baumwollpflückers und endet mit der Warnung, das Kleidungsstück während des Tragens möglichst keinem offenem Feuer auszusetzen, immer noch nicht.

Alternativ findet man Pflegeempfehlungen an der rückwärtigen Naht, gerne in Schriftgröße 0,8 Millimeter und Anthrazit auf Schwarz.
Diese Schriftstücke sind üblicherweise von einem scharfen Sägezahnschliff besäumt und einige zeigen ein Scheren-Logo vor einer durchbrochenen Linie.
Greift man tatsächlich zur Schere, erhält man eine Schnittkante, die jedes japanische Kochmesser vor Neid erblassen ließe.

Heute durfte ich eine neue Variation der Verbraucherverwirrung kennenlernen.
Nach langer Suche und Rückfrage beim Händler entdeckte ich schließlich eine direkt auf die Innenseite eines Wäschestücks aufgedruckte Information in kontrastfreiem grünlichem Weiß auf blassem Grün.
Mithilfe eines lichtstarken Mikroskops könnte diese Schrift möglicherweise lesbar gemacht werden.
Jeder, der mich kennt, weiß, dass man mich mit Grün eher glücklich machen als verärgern könnte, aber zwei unterscheidbare Grüntöne hätten es in diesem Falle schon sein dürfen.

 

Donnerstag, 24. Oktober 2024
 

 Fünf Minuten und fünf Minuten und fünf Minuten

 

Heute Morgen im Halbschlaf – also dann wenn für mich Morgen ist – will ich meinen Blutdruck messen, da mein Kreislauf offenbar Ausgang hat und sich ein paar Etagen unter mir befindet.

Ich setze mich mit Messgerät und Kaffee vor den Rechner. Vor der Messung soll man fünf Minuten lang ruhig sitzen. Kein Problem, zu etwas anderem wäre ich gerade ohnehin kaum fähig.

Dann lege ich die Manschette an und drücke den Einschalter. Das Display leuchtet kurz auf, zeigt "E6" und schaltet sich wieder ab. Das vorhandene Symbol für leere Batterien wird nicht angezeigt. Was sonst könnte "E6" bedeuten?
Ich stehe auf, hole die Gebrauchsanweisung und versuche, die Miniaturschrift zu entziffern. "E6" bedeutet "leere Batterie".

Also erst einmal nachsehen, ob ich Batterien oder Akkus geladen habe. Batterien dürften eigentlich nicht leer sein, da das Gerät seit dem letzten Wechsel kaum zum Einsatz gekommen war.
Wie zum Henker geht dieses Batteriefach auf, im Halbschlaf und mit leicht zittrigen Händen? Irgendwann ergibt sich die Abdeckung mit einem hörbaren "Knack".

Zum Vorschein kommen zwei Batterien. Ich stehe auf, hole den Batterietester. Tatsächlich sind beide Batterien leer, sehr merkwürdig.
Wenn sich selbst Batterien so schnell entladen, kommen Akkus nicht infrage. Zwei Batterien aus dem Notfallvorrat müssen herhalten.

Ich versuche die Batterien aus ihrer Schrumpffolie zu befreien, ohne mir dabei versehentlich die Pulsadern aufzuschneiden. Einsetzen ins Batteriefach und Deckel schließen.
Letzteres erweist sich als noch schwieriger als das Öffnen, Ursache ist der Knack von vorhin. Nun will zunächst ein gebrochenes Plastikhäkchen gerichtet werden.

Endlich geschafft. Ich setze mich ruhig hin und warte fünf Minuten. Dann lege ich die Manschette an und drücke den Einschalter. Das Display meldet sich und wünscht Informationen über Sprache, Datum, Uhrzeit, Benutzernummer – und meine Schuhgröße, glaube ich.

Ich will keine Dokumentation anlegen, nur eine einfache Messung meines aktuellen Blutdrucks, um zu entscheiden, ob ich ein paar Kreislauftropfen einnehmen sollte. Dafür werde ich nicht noch einmal versuchen, diese miniaturisierte Anleitung zu lesen. Ich bestätige die Standardeinstellungen.

Noch einmal fünf Minuten ruhig vor dem Rechner sitzen. Manschette anlegen, Einschalter betätigen und – oh Wunder – das Teil pumpt und misst.
Ergebnis: Mein Blutdruck ist zu hoch, ich brauche keine Kreislauftropfen.

 

Sonntag, 20. Oktober 2024
 

 Gelungene Integration

 

Zwei Hausgärten, getrennt durch einen Maschendrahtzaun.
Auf der einen Seite leben syrische Flüchtlinge, auf der anderen Seite rumänische Einwanderer. Beide Familien haben kleine Kinder im gleichen Alter. Allesamt freundliche und ordentliche Leute.

Die beiden Gärten sind bis auf den letzten Quadratmeter vollgestellt. Immer wenn die einen etwas Neues haben, steht es kurz danach auch bei den Nachbarn, nur eben größer.
Folientunnel, Schaukelgerüst, Grill, Trampolin, Esstisch, Planschbecken ...
Alles doppelt, mal da größer, mal dort. Wettrüsten am Gartenzaun.

Den Kindern wäre zusammen spielen zu können, sicher lieber als den größeren Trampolin oder die meisten Schaukeln zu haben.

Die sind so deutsch!

 

Montag, 15. Juli 2024

 

Aus dem Kopf eines verhinderten Fastfood-Junkies

 

Ein paar Tage zuvor: Da liegt eine Doppelpackung Hotdogs im Regal. Diese Marke kenne ich, sehr lecker.
Aber ich werde sie nicht kaufen, weil ich sie nicht vertrage. Auf stundenlange Bauchschmerzen kann ich gut verzichten.

Was könnte ich denn heute essen, bei diesem schwülen Wetter, das den Appetit verdirbt? Mal sehen, was der Kühlschrank so hergibt.
Huch, da liegt ja eine Doppelpackung leckere Hotdogs. Wie kommt die denn dahin?

Was mache ich bloß mit diesen Hotdogs? Die halten sich nicht mehr lange.
Heinzelmädchen würde sie adoptieren, ist aber in Urlaub. Lebensmittel wegwerfen kommt nicht infrage.
Vielleicht sollte ich es wagen, sie zu essen?

Ok, es muss wohl sein. Aber ich esse nur einen. Zwei Hotdogs auf einmal vertrage ich auf gar keinen Fall. Und der zweite hält sich ja noch ein paar Tage.
Mit Mayonnaise, Ketchup und Röstzwiebeln sollte ich sparsam sein. Vor allem mit den Röstzwiebeln, die vertrage ich überhaupt nicht.

Röstzwiebeln? Wieso habe ich Röstzwiebeln? Die wollte ich doch nie wieder kaufen, und jetzt stehen sie in meinem Schrank. Äh, huch, sie stehen ja neben meinem Teller. Davon nehme ich aber nur einen ganz kleinen Kaffeelöffel voll. Und vielleicht noch einen?

Hotdog in die Mikrowelle, zweiten Hotdog, Ketchup und Mayo in den Kühlschrank, Röstzwiebeln in den Schrank, Kaffeelöffel in die Spülmaschine.
Puuh, gerade noch mal gut gegangen!

Hilfe! Wieso steht jetzt plötzlich ein zweiter Hotdog vor mir? Wo kommt der denn her?
Aber wenn er nun schon mal da steht ...

Ein Kaffee, ein Boonekamp, eine Lefax und eine Talcid später: Aua, mein armer Bauch tut so weh!
Woran das bloß wieder liegen mag?

 

Donnerstag, 22. Februar 2024

 

Bauch-Boden-Gymnastik

 

Heute kam mir die Idee, endlich das Kabel meines schon seit Jahren ungenutzten analogen Receivers aus der Steckdosenleiste zu ziehen und somit einen Steckplatz für die ohne Strom nutzlose Tischlampe freizumachen.

Also, Taschenlampe her, flach auf dem Bauch vor den TV-Schrank gelegt, Blende vor der Steckdosenleiste entfernt. Welches der zahlreichen Kabel mag zu dem nicht mehr vorhandenen Receiver gehört haben?

Aufstehen und hinter den Schrank, das herrenlose Kabelende durch die Öffnung der Schrankrückwand in das Steckdosenfach schieben. Wieder runter auf den Bauch und das Kabel vorsichtig aus dem Knäuel seiner Kollegen ziehen, ohne die übrigen Geräte vom Strom zu trennen.

Endlich geschafft! Stecker raus, Lampenstecker rein. Aufstehen, testen, ob die Lampe funktioniert, wieder runter auf den Bauch. Jetzt nur noch die Blende anbringen, aufstehen und die Taschenlampe zurück an ihren Platz legen.

Upps, das war zu schnell. Ich hätte das Lampenkabel in Steckdosennähe beschriften sollen, um einen zukünftigen Gerätewechsel angenehmer zu gestalten. Und bevor ich es doch wieder vergesse: Taschenlampe holen, runter auf den Bauch ...

 

Dienstag, 22. August 2023

Verde Brasilikum!

 

Vor einigen Jahren erwarb ich bei einem Online-Versender einen kleinen Duschvorleger in "Brasil Grün".

Alle Rezensenten hatten zuvor übereinstimmend geschrieben, die Farbe stimme weder mit der grellgrünen Abbildung noch mit der Beschreibung überein.

Die Matte sei eher gedeckt mit einem leichten Grauton. Genau danach hatte ich gesucht.

Tatsächlich hat meine Matte außer ihrem Format wenig mit der brasilianischen Flagge gemeinsam. Die Farbe ist wie von den Rezensenten beschrieben und passt perfekt in mein Bad.

Leider hat die Matte das wöchentliche Waschen und Trocknen sowie gelegentliche Angriffe meines Robbis nicht gut überstanden.
Und so stellt sich mir heute die Frage: weiterverwenden, reparieren oder neu kaufen?

Erst einmal feststellen, ob diese Matte im gewünschten Graugrün noch erhältlich ist.
Ja, es gibt sie noch. Die Abbildung zeigt immer noch brasilianisch Grün und die Rezensionen besagen weiterhin, dies sei unzutreffend.

Merkwürdig, so etwas müsste doch im Laufe der Jahre auffallen und korrigiert werden. Aber es handelt sich um ein Auslaufmodell, darum kümmert man sich vielleicht nicht mehr.

Dieser Sache will ich nun doch auf den Grund gehen, sehe noch genauer hin.
Und jetzt springt es mich geradezu an:
Da steht gar nicht "Brasil Grün", sondern "Basil Grün"!

 

Basil = Basilikum. Ja, Basilikum-Grün, das passt.
Genau das ist die Farbe meines Duschvorlegers.

 

Freitag, 12. Mai 2023

Erdbeerkuchen

 

An der Kuchentheke beim Bäcker. In der Auslage befinden sich nur noch ein volles Blech Erdbeerkuchen, zwei Rosinen-Brioches und vier Stücke Rhabarber-Streusel.

"Ich hätte gerne eine Brioche und ein Stück Streusel."
"Erdbeerkuchen?"
"Nein, eine Brioche, bitte."
"Mit Rosinen?"
"Haben Sie auch Brioche ohne Rosinen?"
"Nein."
"Dann mit."

"Darf's sonst noch was sein?"
"Ein Stück Streuselkuchen, bitte."
"Erdbeerkuchen?"
"Nein, Streuselkuchen."
"Mit Rhabarber?"
"Haben Sie noch anderen Streusel?"
"Nein, nur Rhabarber-Streusel."
"Dann Rhabarber-Streusel."

"Sonst noch etwas?"
"Danke, das war's schon."
"Noch ein Stück Erdbeerkuchen?"
"Nein danke."

 

Samstag, 5. November 2022

Stress

 

Kaum beschließe ich, dass ich heute fleißig genug war und nur noch auf die Glotze und vor die Couch will, da meldet sich der Waschtrockner zu Wort und will gefaltet werden; die Wäsche will aus dem Kühlschrank geholt und der Käsekuchen ausgeräumt werden.

Hoffentlich habe ich jetzt nichts verwechselt.

Koche ich mir jetzt schnell noch eine Tasse Wein oder flasche ich ein Glas Kaffee auf?

 

Dienstag, 25. Oktober 2022

Café Corona

 

Ein Bekannter von mir hatte vor Kurzem Corona.
Ich frage nach:

"Und? Wie schlimm war es?"
"Zwei Tage sehr müde und schwach. Dann eine Woche wie eine normale Erkältung."
"Ok. Damit kann man ja leben."

"Und der Kaffee schmeckte nicht mehr."
"WAS? HILFE! ICH BRAUCHE SOFORT EINE SPRITZE!"

 

Dienstag, 18. Oktober 2022

Summ, summ, summ ...

 

Ich gehe kurz ins Schlafzimmer, um etwas zu holen.
Dabei höre ich ein konstant störendes, lautes Summen aus Richtung Südfenster und Schminktisch, zu gleichmäßig für ein Insekt.
Da Fenster und Tische nicht zu summen pflegen, nehme ich den Heizkörper unter die Lupe.

 

Der Thermostat wurde seit Jahren nicht bewegt und muss erst einmal gängig gemacht werden. An, aus, an, aus, das Summen bleibt.
Beim Entlüften kommt sofort Wasser.

 

Also unter den Tisch, sämtliche Stecker ziehen, Lampe, Spiegel etc. alles aus. Es summt weiter.
Schon mal unterm Tisch, versuche ich das Summen zu orten. Es scheint aus der Mitte zu kommen, was nun gar keinen Sinn macht.
Oder vielleicht doch?

 

Des Rätsels Lösung:
Am Nachmittag habe ich mir die Fingernägel gekürzt. Und anschließend die elektrische Feile von Stufe 2 statt auf 0 nur auf Stufe 1 gestellt.

So liegt sie nun seit Stunden summend in der Schublade meines Schminktischs, der anscheinend einen guten Resonanzkörper bildet.

 

Dienstag, 4. Oktober 2022

Quanten

 

Heute gab es Nobelpreise für drei Quanten-Füßiker.

Vermutlich gilt die Auszeichnung ihrer Forschung auf dem Gebiet der Mauken und der Suche nach dem Mittelfußknochen.

 

Sonntag, 18. September 2022

Herbst

 

Wer heute das Haus verlassen möchte, der benötigt dazu eine sogenannte "Jacke"!

Dabei handelt sich es um ein altertümliches Kleidungsstück, das den gesamten Oberkörper einschließlich der Arme bedeckt.
Diese "Jacke" dient dazu, Nässe und Kälte draußen und die Körperwärme drinnen zu halten.
Die Älteren unter uns werden sich erinnern.

Vielleicht findet ihr noch ein solches Teil in dem alten Koffer auf eurem Dachboden.
Andernfalls solltet ihr euch eines liefern lassen, da man bereits zum Besuch eines Bekleidungsgeschäftes eine dieser "Jacken" benötigt.

Leider ist zu befürchten, dass das aktuelle Klimaphänomen – unsere Vorfahren nannten es "Herbst" – noch längere Zeit andauern wird.
Daher wäre unter Umständen auch der Erwerb einer "Zweitjacke" zu erwägen.

 

Freitag, 27. Mai 2022

Ladenschluss

 

Kurz vor Ladenschluss beim Bäcker, zeitgleich mit mir betritt ein älterer Mann den Laden.

In der Auslage befinden sich außer Brot und Brötchen nur noch eine Nussecke und ein champagnerfarbenes, kuppelförmiges Etwas. Aber der Mann weiß bereits, was er will.

 

Kunde: "Ich nehme die Nussecke."

Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk mit dem Schwerpunkt Bäckerei (FiLmdSB'in): "Wie viele?"

Kunde: "Eine"

FiLmdSB'in: "Es ist nur noch eine da." Sie nimmt eine Tüte.

Kunde: "Sie können sie mir gleich in der Hand geben. Ich esse sie unterwegs."

FiLmdSB'in: "Einpacken muss ich sie trotzdem", und stopft das Teil in die Tüte.

 

 

Für mich bleibt also das "Champagner-Törtchen", was auch immer das sein mag.

Zu Hause studiere ich seinen Aufbau.

 

Die äußere Zuckerschicht ist hart wie Beton und ich überlege kurz, die Flex aus dem Keller zu holen.

Unter dem Zucker befindet sich eine marzipanartige Schicht, jedoch ohne Mandelgeschmack und völlig übersüßt.

Die weitere Grabung fördert einen ungewöhnlich süßen Buttercremeklumpen zutage, getoppt von einem Klecks champagnerfarbener Marmelade, deren Eigengeschmack von einer Überdosis an Zucker überdeckt wird.

Das Ganze thront auf einer Art Spanplatte mit Hagelzucker.

 

Wer bitte soll denn so etwas essen?

Freitag, 6. Mai 2022

Knackig

 

Nachdem ich (unbeabsichtigt) stark abgenommen habe, passt mir ein älterer, ehemals teurer Pullover wieder.
Als ich ihn ausziehen will, wie immer per Ärmelgriff, höre ich von links ein seltsames Geräusch. Sofort untersuche ich den linken Ärmel; er ist jedoch unbeschädigt.

Beim nächsten Mal wende ich bei diesem Pullover vorsichtshalber gleich den Kreuzgriff an. Kein Geräusch, also alles gut.

Ohne darüber nachzudenken ziehe ich am nächsten Tag einen weniger empfindlichen Pullover wieder per Ärmelgriff aus. Und da ist es wieder, dieses linke Geräusch.
Wieder ist der Ärmel unbeschädigt.

Sehr merkwürdig. Dieser Sache muss ich auf den Grund gehen.

Des Rätsels Lösung:
Das Geräusch kommt aus meiner Schulter.

Donnerstag, 28. April 2022

Tortendiagramm

 

Heute Nachmittag hole ich mir beim Bäcker Eierlikör-Torte für zwei Tage.
Jeweils ein Stück erscheint mir ein bisschen wenig, je zwei wären entschieden zu viel.

Ich ordere also drei Stück und bitte die Bäckereifachverkäuferin, mir daraus aber nur zwei Stücke zu schneiden.
"Nur einmal durchschneiden?", fragt sie, nachdem sie den gewünschten Dreier-Block auf ein Papptablett gestellt hat.
"Ja, genau."

Vorhin will ich meine heutige Tagesdosis vernichten und packe die unvermeidliche Papierorgie aus.

Überraschung!
Ja, es handelt sich um drei Stücke, wie man an der Deko erkennen kann.
Und ja, die Dame hat nur einmal geschnitten.

Vor mir stehen nun ein einzelnes und ein doppeltes Stück Torte.

 

 

Nachtrag:

Ich lese gerade in der Wikipedia, es heißt nun "Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk mit dem Schwerpunkt Bäckerei". Vermutlich ist noch ein (m/w/d) dahinter zu setzen.

 

"Die phänotypisch weiblich erscheinende Person mit einer vermuteten Ausbildung zum/r Fachverkäufer:in (m/w/d) im Lebensmittelhandwerk mit dem Schwerpunkt Bäckerei" wäre wahrscheinlich die politisch korrekte Aussage gewesen.

Freitag, 17. Dezember 2021

Etikettenschwindel

 

Ein Weihnachtsgeschenk möchte zur Post.
Ich packe es ein, drucke ein Adressetikett aus und klebe es auf. Alles genau so wie schon seit 25 Jahren.

Nach einer guten halben Stunde Schlangestehen vor der Post will ich das Päckchen abgeben.

Aber halt, das geht nicht!

Die Schrift auf dem Etikett sei zu klein, erklärt mir die Angestellte. Ich müsse einen Paketaufkleber von Hand ausfüllen.


Ich setze mich also an den Tisch und versuche, so groß zu schreiben, wie das Formular es eben zulässt, was exakt der Schriftgröße auf meinem Etikett entspricht.


Während dessen wird die Schlange draußen immer schlänger, da sich coronabedingt immer nur ein Kunde in dem geräumigen Schalterraum aufhalten darf.

Armer Paketzusteller, der jetzt nicht mehr den Ausdruck lesen darf, sondern versuchen muss, meine Handschrift zu entziffern, was mir meist nicht einmal selbst gelingen will.

Dienstag, 2. November 2021

Gedenkminute für unsere Beamten 

 

Den heutigen Tag wollen wir mit einer Gedenkminute für unsere Beamten in den südlichen Bundesländern beginnen.

Die Ärmsten müssen heute vier Blätter vom Tageskalender abreißen, eine Wochenseite in ihrem Terminkalender umblättern und ein Monatsbild am Wandkalender umschlagen.

Für diese an ihre Grenzen führende Herausforderung verdienen sie unser volles Mitgefühl und tiefes Bedauern.

Wir sollten unsere braven Beamten heute keinesfalls bei ihrer ohnehin schon schweren und verantwortungsvollen Arbeit stören.

Man stelle sich nur die Verzweiflung eines durch rücksichtslose Antragsteller abgelenkten Beamten vor, der versehentlich drei Blätter seines Wandkalenders abgerissen hat und nun kein viertes mehr vorfindet.

Donnerstag, 11. März 2021

Toskanisches Brot ist kein toskanisches Brot

 

Beim Bäcker:

 

"Ich hätte gerne ein halbes Weißbrot, geschnitten bitte."
"Baguette oder Toskanisches?"
"Normales Weißbrot, bitte."
"Sie meinen Toastbrot. Das führen wir nicht."
"Nein, ich meine ganz normales Weißbrot."
"Dann müssen Sie Toskanisches nehmen."
"Toskanisches Brot ist ohne Salz, das schmeckt nicht."
"Das ist kein toskanisches Brot, das heißt nur so."

Inzwischen kucken die übrigen Kunden zu uns herüber, und draußen bildet sich eine Schlange.


"Ok, dann nehme ich das Toskanische. Ein halbes und geschnitten, bitte."
Sie packt mir ein ganzes Brot am Stück ein.
"Ein halbes und geschnitten, möchte ich."
"Das hätten Sie sagen müssen!"

Freitag, 18. Dezember 2020

Corona-Matte

 

Damit meine Corona-Matte gleichmäßig wachsen kann, habe ich mir vorhin selbst die Nackenhaare geschnitten und dabei eine bahnbrechende Erkenntnis gewonnen.

Da der Nacken meist hinten liegt, die Augen jedoch vorne, benötigt man drei Hilfsmittel: Kamm, Schere und Handspiegel.
Mangels einer ausreichenden Anzahl an Händen und wegen Untauglichkeit der Füße zu diesem Zweck, muss reihum jeweils eines der Helferlein pausieren.

Und nun haltet euch fest: Am ineffektivsten ist diese Methode, wenn die Schere aussetzen muss!
Wer hätte das gedacht?

Donnerstag, 5. November 2020

Aufreißfaden

 

Heute ist mir etwas total Verrücktes passiert. Das werdet ihr mir bestimmt nicht glauben.

Da war eine Schachtel mit Aufreißfaden. Ihr wisst schon, diese unsichtbaren Streifen, die weder Anfang noch Ende haben, und mit denen man niemals eine Verpackung öffnen kann.
Ich hole also den Werkzeugkasten, lege vorsorglich Lupe und Mikroskop, Hammer und Meißel sowie Flex und Notrufnummer bereit.

Und dann sowas: Der Faden ist goldfarben, gut zu erkennen, hat einen sicht- und tastbaren Anfang. Man kann daran ziehen und – nein, das ist zu verrückt, – als ich das mache, teilt er die Folie und die Schachtel liegt offen vor mir!

Dienstag, 14. Juli 2020

Rollerfahren

 

Gegenüber versucht ein Kleinkind, einen winzigen Plastikroller zu fahren, kommt damit aber einfach nicht von der Stelle. Das Kind plärrt.

Vater schiebt Roller. Kind plärrt.
Mutter trägt Kind. Vater trägt Roller. Kind plärrt.
Vater trägt Kind. Mutter fährt Roller. Kind plärrt.
Mutter nimmt Kind an die Hand. Vater trägt Roller. Kind plärrt.

Jetzt trägt der Vater den Roller mit dem Kind drauf. Das Kind plärrt nicht mehr.

Dienstag, 14. Juli 2020

Heute beim Getränke-Dealer

 

Hinter mir versucht ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff, die enge Einfahrt zum Parkplatz zu passieren.
Ich hole einen Wagen, lade acht Getränkekästen aus. Mittlerweile hat das Schiff die erste von zwei Kurven überwunden.
Ein Kleinwagen verlässt umständlich seine Parklücke.

Ich gebe die acht Kästen Leergut zurück, lade acht neue Kästen auf den Wagen, bezahle meinen Einkauf.
Inzwischen steckt das Schiff in der zweiten Kurve fest, nicht etwa, weil sie zu eng wäre, sondern weil ihm der Kleinwagen gegenüber steht. Und der weicht keinen Millimeter zurück. Das Schiff könnte gar nicht zurücksetzen, selbst wenn es wollte.

Ich lade meine acht Getränkekästen in den Kofferraum, bringe den Wagen zurück.
Die beiden Kontrahenten stehen sich nach wie vor in der Einfahrt gegenüber und beginnen nun, sich gegenseitig anzuhupen.

Ich verlasse derweil den Parkplatz durch die Ausfahrt.

Freitag, 3. Juli 2020

Waschbare Handtücher

 

Ich informiere mich gerade bei verschiedenen Versand- und Einrichtungshäusern über Frotteehandtücher.

Die Auswahl an kombinierbaren Grüntönen bei gleichzeitig hoher Qualität ist leider recht mager.

Was mich aber wirklich überrascht, sind die vorgeschlagenen Auswahlkriterien:
"Material: Textil" und
"Eigenschaften: waschbar"

Es gibt waschbare Handtücher aus textilem Gewebe?
Wer hätte das gedacht?

Bisher habe ich meine Handtücher aus Holz, Glas und Blech immer nach Gebrauch weggeworfen.

Sonntag, 7. Juni 2020

Smombie

 

Ein abgerissener Smombie steuert seltsam breitbeinig und leicht torkelnd auf Nachbars Mülltonne zu.
In der linken Hand hält er zwei Bierflaschen, in der rechten ein Handy, auf das er unentwegt starrt.

Das verspricht, spannend zu werden!
Hat er die Tonne nicht gesehen und wird sie gleich umstoßen?
Oder wird er sie öffnen und nach Pfandflaschen suchen?

Weder noch. Er stellt eine seiner Flaschen auf der Mülltonne ab, um aus der anderen zu trinken, ohne dabei auch nur einen Blick von seinem Handy abzuwenden.

Donnerstag, 4. Juni 2020

Es werde Licht

 

Gestern Abend auf dem Weg nach oben ins Bett:
Ich lösche das Licht in der Küche bevor ich die Treppenhausbeleuchtung eingeschaltet habe.
Die Rollläden sind geschlossen. Somit ist die gesamte Wohnetage stockdunkel.
Ich taste mich zum Lichtschalter im Flur, beleuchte das Treppenhaus.

Dann gehe ich zurück in die Küche und kucke, ob das Licht aus ist.
Ist doch normal, oder?

Samstag, 2. Mai 2020

Hä?

 

"Darf ich das Hähnchen mit den Händen essen?"

"Hä?"

"Das heißt nicht 'hä'. Das heißt 'Wie bitte'!"

"Natürlich isst man das Wiebittehnchen mit den Wiebittenden. Wiebittettest du lieber eine Wiebitteckenschere? Oder soll ich das Wiebittehnchen für dich wiebitteckseln, mein Wiebitteschen?"

Donnerstag, 9. April 2020

PayPal ist ja so schön einfach

 

Ich sitze im Wohnzimmer und bekomme eine E-Mail von PayPal aufs Tablet. Der monatliche Kontoauszug liegt vor.

Ich gehe ins Arbeitszimmer an meinen Rechner, weil dort die Zugangsdaten liegen. PayPal lässt mich nicht rein, sendet mir eine SMS aufs Handy.

Ich hole das Handy aus dem Wohnzimmer, suche die SMS, finde einen Zugangscode.

Zurück am Rechner im Arbeitszimmer gebe ich den Code ein, damit werde ich eingelassen.
Ich prüfe meinen Kontoauszug, logge mich wieder aus, gehe zurück ins Wohnzimmer.

PayPal schickt mir eine E-Mail aufs Tablet, dass ich meine Handy-Nummer bestätigt habe. Falls ich sie nicht selbst bestätigt habe, soll ich mein Passwort ändern.

 

 

Was mache ich, wenn mein Rechner oder mein Handy oder mein Tablet oder mein Wohnzimmer oder mein Arbeitszimmer außer Betrieb sind?

Bekomme ich dann eine Postkarte, die ich in der Küche laut vorlesen muss?

Dienstag, 10. Dezember 2019

Sahne im Kuchen?

 

Heute Nachmittag beim Bäcker, angesichts der sehr übersichtlichen Kuchentheke:
"Haben Sie noch irgendwas mit Sahne oder mit Marzipan?"

Antwort der Bäckereifachverkäuferin: "Im Kuchen??? Nö."

Die Sahne könnte ich mir ja noch im Kaffee vorstellen, aber wo bewahren die ihr Marzipan auf, wenn sie eine solche Frage dermaßen erstaunt?
Vielleicht in den Käsestangen oder auf den Schinkenbrötchen?

Sonntag, 08. Dezember 2019

04:08 Uhr

 

Ich spaziere mit meiner Kaffeetasse in der Hand am Fenster vorbei, kucke raus auf die spärlich beleuchtete Landschaft, genieße die Abwesenheit des Lkw-Verkehrs. Und was sehe ich da?

Bei meinem Nachbarn brennt Licht im Wohnzimmer.
Was macht der denn noch um diese Uhrzeit?
Hat der kein Bett?

Sonntag, 06. Oktober 2019

Plastik-Sandwich

 

Gestern habe ich mir in einem Anfall geistiger Umnachtung ein eingeschweißtes Fertig-Sandwich beim Kaffee-Discounter gekauft.
Es sieht aus wie gepresste Fleischreste mit Matsch zwischen zwei Pappdeckeln.

Überraschenderweise schmeckt es aber wie gepresste Fleischreste mit Matsch zwischen zwei Pappdeckeln.
Wer hätte das ahnen können?

Freitag, 24. Mai 2019

Kirschbeutel

 

Vorhin beim Bäcker sprang mich ein Windbeutel an, den ich sofort adoptieren musste.
Leider sind die immer mit Kirschen gefüllt, was ich so gar nicht mag.
Aber vielleicht könnte man die ja weglassen, und fragen kostet nichts:

"Machen Sie die Windbeutel eigentlich selbst hier?"

Bäckereifachverkäuferin: "Ja, die machen wir ganz frisch."

"Könnten Sie denn für mich beim Füllen einfach mal die Kirschen weglassen?"

Bäckereifachverkäuferin: "Nein, das geht nicht. Wir bekommen die schon fertig gefüllt geliefert."

Sonntag, 21. April 2019

Sti*lleben

 

Stillleben = geduldiges Motiv für langsame Maler

Stilleben = vornehmes Dasein

Stielleben = reiselustige Hexe oder Blattläuse am Stängel

Stiehlleben = Biografie der Musikerfamilie Stiehl

Stihlleben = Gartenterrorist

 

Samstag, 29. September 2018

Schäfchenwaage

 

Vorhin im Bad höre ich ein lautes Poltern und verorte es rechts von mir. Dort befinden sich nur meine gläserne Schäfchenwaage, ein Spiegel und die Tür.

Offensichtlich ist etwas herunter gefallen. Ich beginne mit der Suche, kann jedoch nichts finden. Auch im Rest des Bades liegt nichts auf dem Fußboden herum, außer der besagten Schäfchenwaage, die das darf.

Die Tür steht zwecks Lüftens einen Spalt offen. Auch im Flur davor liegt nichts. Dann suche ich halt die Wände ab, ob dort etwas fehlt, sehe aber nichts. Wie soll man auch etwas sehen, das gar nicht da ist?

Nachdem ich die Suche längst aufgegeben habe, begebe ich mich ins Schlafzimmer. Und dort entdecke ich zu meiner Überraschung einen abgefallenen Saugnapf-Wandhaken. Aber was macht er da, außer rumliegen?

Er muss sich wohl von der Außenseite der Duschkabine abgelöst haben und auf die Schäfchenwaage gefallen sein, dann durch den Türspalt in den Flur gesprungen und von dort ins Schlafzimmer gerollt. Das soll ihm bitte mal jemand nachmachen.

Samstag, 22. September 2018

Hilfestellung im Supermarkt

 

Im Supermarkt meines Vertrauens sind nur drei Kassen geöffnet und mein Wagen ist randvoll.
Hinter mir stellt sich ein Mann an, der nur zwei Teile in der Hand hält.

Ich biete ihm meinen Platz in der Schlange an, wie ich es immer zu tun pflege, wenn der Kunde hinter mir nur einen Kleinsteinkauf tätigt.
"Nein, nein!", antwortet er, tritt einen Schritt zurück und schiebt abwehrend die Hände nach vorne, als hätte ich ihm ein unsittliches Angebot gemacht.

Endlich bin ich vorne angekommen und packe ich meine Einkäufe aufs Kassenband, die großen, schweren und eckigen zuerst, damit anschließend alles wieder in den Wagen passt. Das dauert natürlich etwas länger, als alles wahllos hinzuwerfen, aber die Familie vor mir ist ohnehin noch lange nicht fertig.

Plötzlich sehe ich, wie eine Hand in meinen Wagen greift. Der Mann hinter mir räumt mein Schnittbrot, Aufschnitt und diverse Kleinteile aufs Band, alles das, was ganz zuletzt erst zurück in den Wagen darf.

Ich biete ihm erneut an, den Platz vor mir einzunehmen, wenn er es eilig habe. Noch ist Zeit dafür.
Und wieder lehnt er vehement ab. Nein, nein, er habe es überhaupt nicht eilig!


Wirke ich etwa schon so gebrechlich, dass man mir gegen meinen Willen helfen muss?
Hoffentlich bringt mich niemand über einen Zebrastreifen, wenn ich gar nicht auf die andere Straßenseite will.

Donnerstag, 19. April 2018

Elefantenbefall

 

Nachdem ich gestern ein paar verirrte Mini-Ameisen aus meinem Hausflur geleiten musste, habe ich beschlossen, mich in Zukunft eher der Elefantenbekämpfung zu widmen.

Elefanten haben dabei große Vorteile gegenüber Ameisen:

1. Elefantenbefall in Etagenwohnungen wird meist frühzeitig entdeckt, noch bevor die Tierchen Nester bauen oder Kolonien bilden können.

2. Die Schädlinge sind mit bloßem Auge erkennbar.

3. Ihre Zugangswege lassen sich leicht aufspüren.

4. Die Abwehr dieser Schädlinge ist ganz einfach. Ein Anruf beim örtlichen Zoo genügt. Dort kümmert man sich dann um die Umsiedlung in ein geeigneteres Habitat.

Jetzt muss ich nur noch mit meiner Hausratversicherung abklären, ob Folgeschäden durch Elefantenbefall abgedeckt sind.

Mittwoch, 8. Juni 2016

Heute beim Friseur

 

Während mir die Haarewasch-und-Friseur­salon­fege-Fachangestellte zum zweiten Mal die Haare wäscht, nachdem ich sie ausdrücklich um einmaliges Shampoonieren meiner frisch gewaschenen Haare gebeten hatte, fragt sie mich, ob meine Haare auch geschnitten werden sollen.

 

"Ja, natürlich", antworte ich. "Warum wäre ich sonst hier?"

"Es könnte ja sein, dass Sie nur Dauerwellen bekommen oder eingedreht werden."

 

Wie alt sehe ich heute wohl aus? 90 Jahre? 100?

Sonntag, 15. November 2015

Gefahren beim Duschen

 

Irgendein Idiot hat die gläserne Schiebetür meiner Dusche nach dem Lüften nicht ganz geöffnet.

 

Heute will ich in die Dusche steigen (natürlich ohne Brille, also halbblind), bleibe mit dem kleinen Zeh an eben diesem unvollständig zurückgeschobenen Glas hängen und komme ins Straucheln. Um mich abzufangen, greife ich nach dem feststehenden Teil der Duschwand und schiebe damit die Tür bis zum Anschlag auf, während sich mein kleiner Finger zwischen Glastür und ‑wand befindet. Reflexartig ziehe ich meine Hand zurück, kippe dabei zur Seite und kann mich gerade noch an der gefliesten Wand abstützen.

 

Jetzt schmerzen mein rechter kleiner Zeh, mein rechter kleiner Finger und mein linkes Handgelenk.

Wenn ich den erwische, der gestern heimlich bei mir geduscht hat ...

 

Angesichts dieser Gefahren überlege ich mir die Sache mit dem Duschen erst noch einmal in Ruhe.

Vielleicht besorge ich mir stattdessen einfach Brausetabletten.

Samstag, 8. August 2015

Impressionen einer Flusskreuzfahrt durch Holland und Flandern

 

Das Schönste an der Reise war ohne jeden Zweifel der türkische Restaurant-Chef. Selbst die ältesten Frauen an Bord und nicht wenige Männer verrenkten sich den Hals, wenn er übers Deck schritt. Warum ein derart schöner Mensch mit Entertainer-Qualitäten im Restaurant eines Kreuzfahrtschiffs arbeitet und nicht als Model oder beim Fernsehen, wird wohl ein Rätsel bleiben.

Das Schiff war modern und sehr sauber, das Personal freundlich (und teilweise sehr schön. Oder erwähnte ich das bereits?), das Essen lecker, meine Kabine funktional und doch gemütlich. Auf dem Wasser ließ es sich wunderbar schlafen, und das gleichmäßige Geräusch der Motoren ließ mich meinen Tinnitus vollständig vergessen.

Mein Bett stand in Fahrtrichtung (was sich noch als Glücksfall erweisen sollte), so konnte ich bei offener Balkontür, vor mir den Fernseher mit dem Livebild der Bugkamera im Blick, die vorbeiziehende Landschaft bequem sitzend oder liegend genießen.

Der erste Teil, die Reise durch Holland, bot unter anderem eine ausgiebige Fahrt über das Ijsselmeer, eine interessante Bustour mit lustigen Kommentaren ("Hier schind eine Küh und noch mehr Schäfe.") durch die Polder, hübsche Hafenstädtchen, eine Grachtenfahrt durch Amsterdam und eine Hafenrundfahrt in Rotterdam.

Der für mich wichtigere Teil der Reise war jedoch Flandern. Vor allem auf den Jugendstil-Bahnhof in Antwerpen, einen der schönsten der Welt, hatte ich mich schon sehr gefreut. Zunächst ging es per Bus nach Brügge, wovon ich leider aufgrund der schlechten Organisation dieses Ausflugs und des kreislaufbelastenden Wetters kaum etwas mitbekommen habe.

Während unser Schiff am Folgetag in Antwerpen lag, und die Stadtführung mit Bahnhofsbesichtigung anstand, lag in halb tot im Bett bzw. schleppte mich fast ununterbrochen vom Bett ins Bad und zurück. Ich war über etliche Stunden hinweg nicht in die Lage, meine Kabine auch nur für wenige Minuten zu verlassen. Selbst eine privat organisierte Taxifahrt auf schnellstem Wege zum Bahnhof und zurück, musste ich wieder absagen lassen.

Am Abend trafen sich der Hotelmanager und der Chefkoch mit mir in der Lobby, um sich nach meinem Befinden zu erkundigen; leider hatten sie den Restaurant-Chef nicht mitgebracht.

Den Rest der Reise verbrachte ich weitestgehend in meiner Kabine, aus der ich (glücklicherweise, wie bereits erwähnt) die Landschaft auch im Liegen bewundern konnte.

Samstag, 1. August 2015

Liegeplatz an Bord

 

Ich mache Urlaub auf einem Flusskreuzfahrtschiff.
Es ist warm in der Sonne, fast schon heiß. Dennoch tragen auffallend viele Gäste auf dem Weg zum Sonnendeck einen Pullover oder eine Strickjacke über der Schulter.
Der Sinn dieser Übung erschließt sich mir erst, als ich selbst nach oben gehe: Es ist ausdrücklich verboten, die mehr als ausreichend vorhandenen Liegen "mit Handtüchern" zu reservieren.

Freitag, 10. Oktober 2014

Milchkaffee

 

Heute bei McCafé

Gast mit starkem osteuropäischen Akzent: "Möchte ich ein klein Kaffee."

Fachfrau für Systemgastronomie: "Kaffee oder Espresso?"

Gast: "Klein Kaffee mit Milch."

Fachfrau nimmt ein riesiges Glas: "Also Milchkaffee."

Gast: "Nicht so groß. Klein Kaffee mit Milch. Ohne Zucker."

Fachfrau: "Aber wenn ich Milch in den Kaffee mache, dann ist das doch Milchkaffee."

 

Kaffee mit Milch ist also Milchkaffee und kann demzufolge nicht mehr in einer kleinen Tasse serviert werden. Ich frage mich, wie diese Dame an ihren Job gekommen ist?

Montag, 22. September 2014

Fremdwort

 

Zwei Wäller* am Rentner-Stammtisch der Supermarkt-Cafeteria:

"Dau hiersch awwer schleeschd. Häsch dau en Hörgerät?"

"Au joh!"

 

Bei "Hörgerät" liege ich beinahe am Boden. Dieses Fremdwort ist wohl zu jung; es wurde noch nicht "eingewällert".

 

* Westerwälder

Dienstag, 5. August 2014

Heute an der Tanke

 

Ich lege der, mir bereits von früheren Besuchen bekannten, dümmsten aller Tankstellenartikelfachverkäuferinnen einen Gutschein für ein belegtes Baguettebrötchen vor:

"Was bekomme ich denn dafür ohne Tomaten?"

Tankstellenartikelfachverkäuferin: "Das hier mit Gurke und Ei oder das Asia mit Tomaten- und Paprikastreifen."

"Ich hätte gerne etwas ohne Tomaten; die vertrage ich nicht."

Tankstellenartikelfachverkäuferin: "Da haben wir nur das Asia mit Tomaten- und Paprikastreifen."

Samstag, 21. Juni 2014

Holländisches Lippenbekenntnis

 

Heute versucht eine holländische Verkäuferin in der Supermarkt-Cafeteria, mir zum Fleischkäse mit Bratkartoffeln Holländische Sauce anzubieten.

Sie bekommt jedoch weder „Sauce hollandaise“ noch „Holländische Sauce“ über ihre Lippen.

 

Eine derartige Kombination will ich auch nicht über meine Lippen bringen.

Ich erlöse die Frau, indem ich dankend ablehne. Die arme Sauce!

Mittwoch, 21. Mai 2014

Schnelles Essen für unterwegs

 

Heute esse ich in einem Fast-Food-Restaurant.

Am linken Nebentisch unterhält sich eine dunkelhäutige Familie in einem originellen Französisch.

 

Rechts von mir sitzen zwei junge Männer, die irgendwie zusammengehören, an getrennten Tischen. Sie nutzen diesen Abstand, um die Lautstärke ihres Gespräches auf unangenehm hohem Pegel zu halten.

"Jetzt hole ich mir noch einen Cheeseburger Togo, dann können wir gehen", sagt der eine.

"Cheeseburger Togo?" fragt der andere zurück.

"Togo – to go! Cheeseburger to go," folgt die Erklärung "wie Kaffee zum Mitnehmen."

"Ach so, to go – Togo! Cheeseburger Togo! Togo – to go!" unter anhaltendem Gelächter wiederholt der andere diese Worte mehrfach.

 

Die Familie zu meiner Linken sieht zunehmend pikiert zu den beiden Männern herüber, wird von diesen aber offenbar überhaupt nicht wahrgenommen.

Mittwoch, 30. April 2014

Hotline-Algebra

 

Ich rufe zum dritten Mal beim Kundendienst meines Kabel-TV-Anbieters an, um einen neuen Receiver zu bestellen.

Mit: "Das macht dann fünf Euro im Monat und einmalig 100 Euro", will der Hotliner den Bestellvorgang abschließen.
"100 Euro? Ihr Kollege sagte 49!"
"Nein, 100", antwortet der Kundenberater. "Aber ich kann Ihnen zehn Euro Rabatt geben. Das wären dann 54 Euro."

 

Nach welcher Algebra rechnen die?

 

Nachtrag: Inzwischen habe ich den Receiver bekommen – und eine Rechnung über 64,90 Euro.

Sonntag, 23. Februar 2014

Tiefkühltorte "Marzipan-Mandel"

 

Ich habe von dieser Torte gegessen. Und ich kann euch sagen: Sie ist bei Weitem nicht so harmlos, wie sie sich gibt.

Nein, sie ist listig und hat es faustdick hinter ihren sahnigen Ohren!


Am besten schmeckt sie nämlich erst dann, wenn sie völlig aufgetaut ist. Aber genau das gönnt sie einem nicht.
Da steht sie nun bar jeder Umhüllung mittlings in der Küche: sahnig, marzipanig, verführerisch. Und sie flüstert: "Nimm mich ... vernasch' mich!"


Wer könnte dem eine geschlagene Stunde lang widerstehen? Ich jedenfalls nicht.
Und so gönnt sie einem niemals den höchsten Genuss.

Mittwoch, 19. Februar 2014

Heute bei McFastfood

 

Ein älteres Paar betritt das Lokal und steuert auf die Café-Theke zu. Schnell ist eine Wahl getroffen.

Er bestellt: "Zwei Kaffee und zwei Erdbeerkuchen, bitte."

"Wie möchten Sie Ihren Kaffee?", fragt die Systemgastronomiefachberaterin.

Gast: "Zwei Tassen Kaffee."

SGFB: "Ich zeige Ihnen mal unsere Tassen."

Gast: "Zwei normale Tassen Kaffee, bitte."

SGFB: "Regular?"

Gast: "???"

SGFB zeigt auf eine Tasse: "Das ist unsere mittlere Tasse. Möchten Sie Kuchen oder Muffins dazu?"

Gast: "Zwei Tassen Kaffee und zwei Stücke Erdbeerkuchen."

SGFB: "Dann gebe ich Ihnen zwei Duo. Das ist das Gleiche, aber billiger."

Gast: "???"

SGFB: "Was möchten Sie denn zu Ihrem Kaffee?"

Gast: "Zwei Tassen Kaffee mit Duo."

Mittwoch, 19. Februar 2014

Räumungsverkauf im Drogeriemarkt

 

Ich fahre zu einem nahe gelegenen Drogeriemarkt, um eine elektrische Zahnbürste und ein paar Labellos zu kaufen. Dort angekommen finde zu meiner Überraschung die Regale weitestgehend leer vor. Es handelt sich um einen der letzten Tage eines Räumungsverkaufs, der mir völlig entgangen war.

 

Jedoch scheine ich Glück zu haben: Neben einer Vielzahl an Kosmetika und Windeln sind noch ausreichend elektrische Zahnbürsten und Labellos im ansonsten fast vollständig ausgeräumten Laden vorhanden.

 

Zunächst steuere ich die Zahnbürsten an. Vor dem schmalen Regalfeld zwischen beiderseits gähnender Leere steht ein jugendliches Geschwisterpaar und telefoniert. Ich versuche erst von rechts, dann von links, an den beiden vorbeizukommen – leider vergeblich.

 

Was soll’s? Kaufe ich eben zuerst die Labellos. Doch auch dieses Vorhaben gestaltet sich schwieriger als erwartet.

Vor den Lippenpflegestiften steht eine verzweifelte Frau. Ihre Lieblingssorte ist wohl ausverkauft, und die Entscheidung für ein andere Marke fällt schwer. Sie nimmt ein Produkt nach dem anderen vom Haken, hält es in der Hand, legt es in ihren Einkaufswagen. Dann nimmt sie es wieder heraus und hängt es zurück.

An ihr vorbeizugreifen ist schlichtweg unmöglich. Nicht einen der Stifte will sie vorzeitig freigeben.

 

Also, zurück zu den Zahnbürsten. Ich bitte das Mädchen, einen Schritt zur Seite zu gehen. Aber sie ignoriert mich, hat nur Augen für ihren Bruder, der immer lauter auf sein Handy einredet. Dass es sich bei dem Telefonat nicht um elektrische Zahnbürsten dreht, weiß inzwischen der ganze Laden. Aber die beiden bleiben wie angewurzelt vor eben diesem schmalen Regalbereich stehen.

 

Ich drehe eine kurze Runde durch die übrigen Restbestände, finde jedoch bei den Kosmetika keine Schnäppchen, und für die Windeln mangelt es mir an Bedarf.

Ein kurzer Blick zu den Labellos zeigt keine Veränderung. Das Mädchen brüllt: "Mama! Hier is’ nix!"

Ich gebe auf und verlasse den Laden mit leeren Händen.

Dienstag, 23. April 2013

Heute beim HNO-Arzt

 

Am Empfang lege ich meine Versichertenkarte und eine Kopie des letzten Befundes vor.

 

"Waren Sie schon mal hier?", fragt mich die Medizinische Fachangestellte.

"Ja, das ist der Befund vom letzten Mal", antworte ich.

MFA sieht auf die Kopie: "So alte Befunde haben wir nicht."

"Ich weiß, deshalb habe ich ihn mitgebracht. Ich brauche eine Vergleichsuntersuchung."

MFA: "Das geht nicht."

"Warum nicht?", frage ich verwirrt.

MFA: "Wir haben den Befund nicht mehr."

Montag, 18. März 2013

Heute beim Bäcker

 

Eine alte Dame betritt den Laden. Sie steuert einen Tisch an, stellt ihre Handtasche darauf und legt ihren Krückstock ab.

Dann ruft sie zur Theke: "Entschuldigung, hier liegt eine Decke. Kann ich mich da hinsetzen?"

Bäckereifachverkäuferin: "Wenn da eine Tasche steht, dann ist da besetzt."

Alte Dame: "Die Tasche gehört mir; hier liegt nur eine Decke."

Bäckereifachverkäuferin: "Das ist nur eine Decke."

 

Die Frau legt ihren Mantel ab, humpelt mühsam die drei Schritte zur Theke und sucht sich ein Stück Kuchen aus: "Und eine Tasse Kaffee dazu, bitte."

Bäckereifachverkäuferin: "Zum Hieressen?"

Alte Dame (noch immer überraschend freundlich): "Ja. Servieren Sie auch oder muss ich das selber zum Tisch tragen?"

Bäckereifachverkäuferin: "Sie dürfen sich die Sachen gerne hier wegnehmen."

 

Wäre ich nicht gerade bei meiner Bestellung gewesen, hätte ich der Dame ihren Kaffee an den Tisch getragen.

Dienstag, 18. September 2012

Der arme Koch!

 

Heute gibt es in der Kantine wieder das allseits beliebte "Hähnchenfilet in knuspriger Mandelpanade mit fruchtiger Currysauce und Reis".

 

Der Kollege vor mir in der Schlange lässt sich Nudeln statt Reis geben. Dazu nimmt er eine Portion Sauerkraut – alles auf einen Teller.

 

In solchen Momenten bin ich beinahe versucht, unseren Kantinenkoch zu bedauern.

Samstag, 8. September 2012

Unterschichtenfernsehen*

 

Heute gerate ich beim Zappen in eine Ranking-Show auf einem Privatsender.

Auf Platz 1 wird eine Frau in einem Hinterhof gezeigt, die auf einem Cello den vierten Satz von Beethovens Neunter Symphonie übt.
Dazu verkündet ein Sprecher, die Frau spiele Bach.

Anschließend wird ein Orchester bei den Proben zu Ravels Bolero gezeigt.
Hierzu erklärt derselbe Sprecher, es handele sich um eine Symphonie von Mozart.

 

Ich erwarte bestimmt nicht, dass jeder klassische Musik mag und schon gar nicht, dass jeder die einzelnen Werke kennt. Aber kann man denn nicht wenigstens jemanden fragen, wenn man selbst schon keine Ahnung hat?

 

* O-Ton: Harald Schmidt

Mittwoch, 15. August 2012

In der Apotheke

 

Ich kaufe ein rezeptfreies Medikament. Der Apotheker nennt mir den Preis, und ich bin völlig verblüfft:

"Nur Eins-Neunundneunzig? So billig habe ich hier noch nie eingekauft."

 

Apotheker: "Wir sind doch keine Tankstelle!"

Mittwoch, 25. Juli 2012

Heute in der Bilderabteilung eines Baumarktes

 

Die Bilderrahmenfachberaterin bietet mir ihre Hilfe an.

 

"Ich suche einen breiten, weißen Rahmen, vierzig mal fünfzig, der zum Stil einer alten Kassettentür passt."

B: "Wie groß soll der Rahmen denn sein?"

"Vierzig mal fünfzig Zentimeter"

B: "Und an welche Farbe haben Sie gedacht?"

"Weiß"

B: "Muss es denn weiß sein?"

"Ja, einfarbig weiß. Das Bild hat bereits einen weißen Rahmen, und die Farbe passt perfekt."

B: "Dann bringen Sie doch am besten das Bild mit, damit wir sehen, wie es in einem weißen Rahmen aussieht."

"Das Bild hängt bereits in einem schmalen, weißen Rahmen. Es passt farblich sehr gut, aber der Rahmen ist zu schmal."

 

Sie zeigt mir einen schmalen, weißen Rahmen.

"Danke, das ist der gleiche Rahmen, in dem das Bild jetzt hängt. Ich suche einen breiteren."

Nun zeigt sie mir einen cremefarbenen Rahmen mit Goldrand.

 

"Creme und gold passen weder zur Wand noch zum Bild. Der Rahmen soll den gegenüberliegenden, weißen Türrahmen widerspiegeln."

B: "Sie können das Bild gerne mitbringen, creme passt bestimmt besser dazu als hartes Weiß."

"Der Rahmen soll zur Wand und zur Einrichtung passen, die kann ich nicht mitbringen."

B: "Wenn Sie das Bild nicht mitbringen wollen, dann nehmen Sie doch den cremefarbenen Rahmen mit nach Hause. Sie können ihn zurückgeben, wenn Sie ihn nicht auspacken."

 

An dieser Stelle gebe ich auf. Vielleicht sollte ich es an einem kühleren Tag noch einmal versuchen.

Dienstag, 19. Juni 2012

Komm zum Essen

 

Ich sitze friedlich beim Abendessen.

Ein Handwerker klingelt: "Kommzumessen"
Bahnhof?
"Kommzumessen!" wiederholt er.

Komm zum Essen? Was will der Mann? Ich habe ihn nicht zum Essen eingeladen. Er hat sicher auch nicht für mich gekocht.

Was der gute Mann sagen will, aber mangels ausreichender Sprachkenntnisse nicht kann:
"Ich komme zum Ausmessen."

Freitag, 8. Juni 2012

Heute im Getränkemarkt

 

Ein Mann in abgerissener Kleidung betritt den Getränkemarkt und steuert sofort auf die Kasse zu.

"Ham Se mol 'n Euro?" fragt der die Mehrweggetränkefachverkäuferin.

 

Sie gibt ihm einen Wagenchip.

Der Mann zieht beleidigt ab.

 

Ich glaube, sie hat es gar nicht gemerkt.

Montag, 21. Mai 2012

Die Geschichte von der Seherin, die keine war

 

Es war einmal ein kleines Wohngebiet, abgeschottet vom Rest der Welt durch zwei Bahnlinien. Man schrieb die Sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, und in unserer Straße war die Welt noch in Ordnung. Jeder kannte jeden, und alle Dinge des täglichen Bedarfs waren in unmittelbarer Nachbarschaft vorhanden.

Genau hier verbrachte ich regelmäßig meine Schulferien.

 

Eines Tages zog eine alleinstehende Frau in eine frei gewordene Wohnung. Nein, sie sei nicht die neue Lehrerin, und nein, ihr Mann komme nicht nach, war ihre Antwort auf die einzigen Fragen, die man ihr jemals stellte. An ihrer Türklingel stand "Przybilla", und wie der Briefträger alsbald zu verkünden wusste, war sie kein Fräulein mehr.

 

Die Nachbarn begannen zu tuscheln: Sie war nicht in Schwarz gekleidet, also war sie auch keine Witwe. Sie musste "eine Geschiedene" sein, flüsterte man sich zu. Aber wo waren ihre Kinder? War sie etwa eine Ehebrecherin, der man die Kinder hatte wegnehmen müssen? Oder konnte sie vielleicht gar keine bekommen, und ihr Mann hatte sie deshalb verlassen?

 

Niemand wagte es, die Frau auf ihre peinliche Schande anzusprechen. Und dann dieser seltsame Name, den konnte doch kein Mensch aussprechen! Man einigte sich schließlich auf "Prezibilla"; bald war daraus "ett Breze-billa" geworden.

Uns Kindern war diese Frau, über die nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen wurde, und die man nur sonntags beim Kirchgang grüßte, unheimlich.

 

Eines Tages begab sich die Frau zum Hausarzt, der seine Praxis gleich nebenan führte. Die junge Arzthelferin, die mit dem Mysterium der "Breze Billa" aufgewachsen war, traute sich nicht, die geheimnisvolle Frau anzusprechen. Und so schrieb sie in den Terminplan: "Sibylle Bretz". 

Über die Lautsprecheranlage rief der Arzt "Frau Bretz" ins Sprechzimmer. Da sich niemand meldete, sah er selbst im vollbesetzten Wartezimmer nach und konnte den Irrtum aufklären.

Im allgemeinen Gelächter erkannten die übrigen Patienten, dass die Frau eigentlich sehr nett war.

 

Von nun an hatte sie es nicht mehr ganz so schwer in der Nachbarschaft. Der Name "Frau Bretz" ist ihr jedoch bis heute geblieben.

 

Diese Geschichte wurde unter dem Titel Das Geheimnis der seltsamen Bretze Billa im Rahmen der Reihe "Unsere Leser erinnern sich" am 3. Mai 2014 in der Rhein-Zeitung abgedruckt.

Samstag, 7. April 2012

Ist Hühnerfrikassee essbar?

 

Heute unterziehe ich mich todesmutig einem höchst riskanten Selbstversuch.

Ziel ist die endgültige Klärung der weltbewegenden Frage: 

 

"Ist Hühnerfrikassee essbar?"

 

Nach vorschriftsmäßiger Zubereitung präsentiert sich mir zunächst eine blasse, nicht näher definierbare Masse.

Im Detail finden sich dort blasse, geschmacksneutrale Hühnerfleischstückchen und blasse, geschmacksneutrale Spargelstückchen sowie blasse, geschmacksneutrale Champignonstückchen. Diese Bestandteile sind von einer blassen, geschmacksneutralen, dickflüssigen Masse durchsetzt und überzogen.

Den Kontrapunkt bildet eine Portion blassen, geschmacksneutralen Reises.

 

Das Herausfiltern der Spargel- und Champignonstückchen zwecks ordnungsgemäßer Entsorgung gestaltet sich äußerst schwierig, da sich diese dank geschickter Mimikry nahezu unsichtbar in ihrem Habitat verbergen.

 

Fazit:

Ja, man könnte Hühnerfrikassee essen, wenn denn der Hunger groß genug wäre.

Aber warum, um alles in der Welt, sollte jemand das wollen?

 

Meine bereits Mitte der 1960er Jahre aufgestellte These:

 

"Hühnerfrikassee ist zwar ess-, jedoch nicht genießbar"

 

wird heute abschließend bestätigt.

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Goethe und die Sonnenblumen

 

Es ist brechend voll im Wartezimmer und geht kaum voran. Zwischen vielen anderen wartet dort auch eine junge, schwangere Frau mit drei Kindern, unter ihnen ein etwa zwölfjähriges Mädchen.

Ein Mann kommt herein, sieht das Mädchen und sagt: "Hallo Silly"
Ich frage mich, welcher Dummkopf wohl sein Kind "Dummkopf" nennen mag.

Die Angesprochene antwortet: "Hallo Herr Müller* – Mama, das ist mein Klassenlehrer." Mama reagiert nicht.
Herr Müller holt nur etwas ab und geht gleich wieder.
Als er draußen ist, sagt Mama zu Silly: "Das ist aber schön, dass ich deinen Lehrer kennengelernt habe."

An der Wand hängt ein Gemälde eines zu recht völlig unbekannten Künstlers.

Silly: "So kann ich auch malen, Mama."
Mama: "Man muss berühmt sein, damit so ein Bild aufgehängt wird. Wenn da zum Beispiel Goethe drunter steht …"
Silly: "Mama! Goethe hat Gedichte geschrieben!"
Mama: "Goethe hat doch das Selbstportrait gemalt, mit den Sonnenblumen."
Silly: "Nein Mama, Goethe war Dichter!"
Mama: "Dann eben ein anderer Maler: Mali"
Silly: "Mama! Mali ist ein Land! Wer hat denn die Mona Lisa gemalt?"

Im Wartezimmer herrscht jetzt gespannte Stille; längst haben alle ihre Zeitschriften weggelegt.
Mama denkt nach. Sie denkt sehr lange nach, dann fällt es ihr doch noch ein:
"Das war Mitschelantschelo."

 

* Name geändert

Montag, 5. September 2011

Schweinemelba

 

Unser Kantinenkoch bietet heute vier Gerichte zur Auswahl - eines so indiskutabel wie das andere. Hühnerbeine, fettes Schweinefleisch, Spinatlasagne und Pute, wer denkt sich bloß so etwas aus?

Meine Hoffnung auf ein annehmbares Zusatzgericht wird leider enttäuscht. Es handelt sich um Dicke-Bohnen-Suppe. Igittebapfui.

Am Schalter für "Putenbrust Melba" steht jetzt plötzlich "Schweinerücken Melba". Wohl oder übel stelle ich mich dort an. Die Schlange ist endlos, und es dauert eine Ewigkeit bis ich an der Reihe bin.
Ich frage, ob es denn nun Schwein oder Pute gebe. Die Kantinenfrau besteht auf Pute; das esse ich nicht. Der Koch wird gerufen; er sagt, es sei Schwein.

Ok, ich nehme es. Obendrauf gibt es statt des erwarteten Pfirsichs eine Auflage aus Paprika und Oliven. Ich frage, ob das wirklich Melba sei. Mehr als ein "ja" bekomme ich nun nicht mehr.

Ich beschwere mich bei der Kassiererin über das angebliche Melba. Sie kuckt sich das an, stutzt, geht in die Küche und fragt den Koch. Ja, das sei tatsächlich Melba, antwortet er ihr.

Die Auflage besteht aus einer gehäckselten Mischung von roter, grüner und gelber(!) Paprika, Oliven, Lauch und Spuren von gelben Pfirsichen. Super, wenn man keine Paprika isst.

Donnerstag, 25. August 2011

Im Supermarkt

 

Vor mir an der Kasse steht ein gut gebauter junger Mann, in Jeans und Poloshirt sehr körperbetont gekleidet.
Ich frage mich, was er dort will, so ohne Wagen, mit leeren Händen und nur mit einem winzigen Gürteltäschchen, in das ich gerade mal mein Portemonnaie bekäme.

Aber ehe ich mich versehe, räumt er Hemd, Hosentaschen, Gürteltäschchen und Hosenbund aus.
Auf das Transportband vor ihm zaubert er nicht weniger als zwei große Flaschen Whisky, drei Deos, ein Brot, mehrere Fertiggerichte und diversen Kleinkram, jedoch keine Plastiktüte.

Leider bin ich nun selbst an der Reihe und kann ihm daher nicht beim Einpacken zusehen.

Samstag, 9. April 2011
Produkthaftung
 

Vor einiger Zeit habe ich mir eine sogenannte "Vier-Jahreszeiten-Bettdecke" gekauft.

Die Decke mit der Aufschrift "Sommerdecke" auf dem Etikett leistete mir in kühlen Sommernächten gute Dienste.
Im Herbst kam die als "Herbstdecke" bezeichnete Decke zu meiner vollen Zufriedenheit zum Einsatz.
Für den Winter knöpfte ich, nach Anleitung auf der Verpackung, die beiden Decken zusammen. Das funktionierte prima, und ich schlief angenehm darunter.

Doch jetzt kommt der Frühling. Die "Winterdecke" ist zu warm geworden. Für die "Sommerdecke" ist es jedoch noch zu kalt. Eine "Frühlingsdecke" gibt es nicht. Was mache ich bloß?

Ich werde wohl vom Händler ein Viertel des Kaufpreises zurückfordern müssen, denn offensichtlich handelt es sich nur um eine "Drei-Jahreszeiten-Bettdecke".

Dienstag, 22. März 2011

Reis mit Sauce

 

In der Kantine gibt es heute "Hähnchenfilet in knuspriger Mandelpanade mit fruchtiger Currysauce und Reis". Eigentlich immer eine leckere Angelegenheit.


Die Kantinenfrau positioniert Hähnchen und Reis auf meinen Teller und gießt einen Löffel Sauce über das Fleisch. Die knusprige Panade hört augenblicklich auf knusprig zu sein, und der trockene Reis bleibt trocken.

 

Ich bitte um etwas Sauce auf den Reis.

"Auf den RAHISS !?!" fragt die Kantinenfrau ungläubig und sieht mich dabei so entgeistert an als hätte ich sie gebeten, mir die Sauce über die Füße zu kippen.

Montag, 6. Dezember 2010

In der Kantine

 

Das planmäßige Essen ist heute mal wieder indiskutabel. Das Zusatzgericht ist sättigend; das ist noch das Beste, was man darüber sagen kann.

Am Nebentisch nimmt ein Kollege Platz: ungepflegte, lange, graue Haare, dunkelblauer Pullover, schmuddelige Jeans. Leider dreht er seine Rückfront genau in meine Blickrichtung und offenbart zwischen Pullover und Jeans ein ausgeleiertes, weißes Unterhemd sowie einen halben behaarten Arsch.

Wie soll denn der Kantinenfraß sättigen, wenn er angesichts dieses Anblicks nicht drin bleiben will?

Mittwoch, 8. November 2010

Ha'n Sie Senf?

 

Heute entscheide ich mich in der Kantine für zwei Fischburger – übrigens die schlechtesten meines Lebens – mit Pommes Frites und Remoulade. Dazu nehme ich wie immer eine kleine Cola.

 

An der Kasse fragt mich die Kantinengerichtefachkassiererin zu meiner Überraschung: "Ha'n Sie Senf?"

Tatsächlich könnte eine mittlere Portion Senf, Ketchup, Tabasco, Chutney oder Salsa den Geschmack der Fischmüllpresslinge durchaus verbessern, aber das weiß ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

 

Ich frage nach, und die Dame wiederholt: "Ha'n Sie Senf?"

Nun ist mein Tablett mit Teller, Glas und Besteck übersichtlich genug, um die Abwesenheit von Senf zweifelsfrei erkennen zu können. Auch werde ich losen Senf wohl nicht in der Handtasche transportieren.

 

Ich frage erneut: "Wie bitte?" Und jetzt plötzlich höre ich: "Zwanzig Cent?"

Also, entweder will mich die Kantinenfrau verarschen, oder ich sollte mal zum Ohrenarzt gehen.

Freitag, 22. Oktober 2010

Beim Discounter

 

Ein altes Ehepaar versucht, einen Pullover für die Frau zu kaufen. Das Wunschmodell scheint jedoch nicht in der passenden Größe vorhanden zu sein.

Er: "Nimm doch diesen."
Sie: "Der ist 36/38. Ich brauche 42."


Beide suchen weiter, sie mit zunehmender Verzweiflung.

Er: "Dann nimm halt den in 36/38."
Sie: "Aber der passt mir doch gar nicht."
Er: "Dann probier ihn doch mal an."
Sie: "Ich kann doch nicht mitten im Laden einen Pullover anprobieren!"

Ich wusste gar nicht, dass zu enge Pullover durch Anprobieren passend werden können.

Montag, 4. Oktober 2010

Von der Abwesenheit roter Fruchtkörper eines Nachtschattengewächses

 

Vorhin an der Tanke. Ich stehe an der Essenstheke und kann mich nicht so recht entscheiden.

Die Tankstellenartikelfachverkäuferin bietet mir ihre Hilfe an.


Ich frage: "Was haben Sie denn noch ohne Tomaten?"
Sie fragt zurück: "Süß oder herzhaft?"

Hallo? Seit wann muss man denn bei Süßwaren auf Tomatenfreiheit achten? Ein Stück Sahnetorte ohne Tomaten, bitte? Oder wie?

Dienstag, 27. Juli 2010

Döner komplett

 

Kunde (blond, akzentfrei) im griechischen Imbiss: "Dreimal Döner komplett."
griechischer Imbissinhaber: "Wir haben Gyros!"
Kunde: "Entschuldigung, dreimal Gyros komplett. Mit Pommes."


Grieche: "Salat?"
Kunde: "Nein"
Grieche: "Zwiebeln? Peperoni?"
Kunde: "Nein"
Grieche: "Tsatsiki?"
Kunde: "Ist das diese Knoblauchsoße? Nein"


Grieche: "Also nur Gyros pur und Pommes?"
Kunde: "Ja, dreimal Döner komplett."

Freitag, 26. Februar 2010

Eimal Mülla

 

Putzfrau kommt ins Büro: "Eimal Mülla?"
Ich: "Wie bitte?"


Putzfrau: "Eimal Mülla?"
Ich zucke ratlos die Schultern.


Putzfrau: "EIMAL MÜLLAA??!"
Ich (zaghaft): "Ja?"


Putzfrau leert meinen Papierkorb aus.
Ich: "Danke"


Putzfrau: "Soll ich auch noch feucht durchwischen?"

Mittwoch, 6. Januar 2010

Beim Chinesen

 

Ein älteres Paar mit kleinem Hund betritt das Lokal und steuert auf einen der freien Fensterplätze zu.


Aufgeregt läuft ihnen der Restaurantchef entgegen: "Kommen hielhea!"


Irritiert folgen ihm die drei in Richtung Küche.

Dann des Rätsels Lösung: "Dlüben an Fensta ist gloße Hund."

Dienstag, 15. August 2009

Remmoo??


In der Kantine gibt es gebratenen Fisch, wahlweise mit Reis, Salzkartoffeln oder Pommes Frites sowie Remoulade oder Zitronenbuttersauce.

Die Schlange steht bis zur Tür, und so habe ich viel Zeit, mir die immer gleich ablaufenden Dialoge anzuhören.

Gast: "mit Reis und Buttersauce"
Küchenfrau: "Ich hab keine Buttersoose, nur Zitronensoose."
Gast (irritiert): "Dann geben Sie mir die."
Küchenfrau packt Fisch und Reis auf den Teller: "Remmoo??"
Gast: "nein, Zitronensauce"

Gast: "mit Kartoffeln und Zitronenbutter"
Küchenfrau: "Ich hab keine Zitronenbutter, nur Zitronensoose."
Gast (irritiert): "Dann geben Sie mir die."
Küchenfrau packt Fisch und Kartoffeln auf den Teller: "Remmoo??"
Gast: "nein, Zitronensauce"

Gast: "mit Pommes und Remo"
Küchenfrau packt Fisch und Pommes Frites auf den Teller: "Remmoo??"

Ich glaube, niemand hat es gewagt "mit Pommes Frites und Remoulade" zu bestellen. Die Antwort wäre ganz sicher "mit Pommes?" gewesen – und einen Moment später "Remmoo??"